Rosenthaldefekt – Suna Elbasi stellt aus
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8.05 | 19:00 - 5.06 | 19:00
Mit der Ausstellung im MAK Kultur Leopoldhaus in Marktredwitz zeigt die multidisziplinäre Künstlerin und Gestalterin Suna Elbasi eine künstlerische Position, die Kunst, Raum, Material und persönliche Transformation in einem vielschichtigen Werkzusammenhang verbindet.
Geprägt durch ein Studium der Philosophie, Psychologie und Kunst in Berlin sowie durch ihre Ausbildung im handwerklichen Bereich – insbesondere in Tischlerei und Restauration – vereint Elbasi in ihrer Praxis theoretische Reflexion mit materieller Präzision. Ihre Arbeiten entstehen an der Schnittstelle von konzeptuellem Denken, künstlerischer Forschung und physischer Gestaltung.
Elbasi arbeitet seit vielen Jahren interdisziplinär in den Bereichen Installation, Zeichnung, Raumkonzept und Objektgestaltung. Ihr besonderes Interesse gilt dabei der Beziehung zwischen inneren und äußeren Räumen. Räume versteht sie nicht als rein architektonische Gegebenheiten, sondern als Spiegel individueller Entwicklungsprozesse und kollektiver Dynamiken.
Die Ausstellung „Rosenthaldefekt“ greift diese Fragestellungen auf. Ausgangspunkt ist die Auseinandersetzung mit dem historischen Kontext der Porzellan- und Designstadt Selb sowie mit dem Begriff des „Defekts“ – verstanden als Bruch, als Spur von Zeit und als Möglichkeit zur Transformation.
Elbasi begreift Defekte nicht als Mangel, sondern als produktive Irritation innerhalb eines Systems. Risse, Verschiebungen und Unregelmäßigkeiten eröffnen neue Perspektiven auf Materialität, Form und Identität und werden zu Ausgangspunkten künstlerischer Neuschöpfung.
Neben klassischen künstlerischen Medien integriert sie zunehmend experimentelle und digitale Verfahren in ihre Arbeit, darunter auch generative Bildsysteme und künstliche Intelligenz. In der Verbindung von analoger Handarbeit und algorithmischer Struktur entstehen hybride Werke, die sich zwischen physischer Präsenz und digitaler Bildproduktion verorten.
Begleitend zur Ausstellung lädt Suna Elbasi zu mehreren Workshops ein, in denen zentrale Aspekte ihrer künstlerischen Praxis vermittelt werden: Schreiben als Transformationsprozess, Strategien der Sichtbarkeit für Kreative sowie der reflektierte Einsatz von künstlicher Intelligenz als künstlerisches Werkzeug.
Die Ausstellung läuft vom 8. Mai bis 5. Juni 2026 im MAK Kultur Leopoldhaus Marktredwitz.
Die Vernissage findet am 8. Mai um 19 Uhr statt.
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Rosenthal-Defekt
Der Titel der Ausstellung „Rosenthaldefekt“ bezieht sich auf den sogenannten Rosenthal-Effekt aus der Psychologie: Die Erwartungen, die wir an uns selbst oder an andere stellen, können Entwicklung maßgeblich beeinflussen. Positive Erwartungen eröffnen Möglichkeiten, während negative Zuschreibungen Menschen oft in engen Rollen festhalten. Und implementiert einen Augenzwinkernden Verweis auf Philip Rosenthal und dessen Prägung der Stadt aus der Ihre Mutter stammte.
Für die Künstlerin Suna Elbasi ist dieser Gedanke eng mit ihrer eigenen Biografie verbunden. Kunst wurde für sie zu einem Weg, sich von familiären und gesellschaftlichen Strukturen zu lösen, die Entwicklung begrenzen können. Während ihrer in Selb geborenen Mutter, diese Freiheit nicht möglich war, wurde künstlerisches Arbeiten für Suna Elbasi zu einem Raum der Selbstermächtigung und Veränderung.
In ihrer Arbeit verbindet sie handwerkliche Praxis, Raumgestaltung und künstlerische Forschung. Ihre Projekte bewegen sich zwischen Möbeldesign, Installation, Zeichnung und experimentellen Formaten. Ausgangspunkt ist dabei oft der Raum – nicht nur als architektonische Struktur, sondern als Spiegel innerer Prozesse.
Räume erzählen Geschichten über Erwartungen, Rollenbilder und Lebenswege. Wenn sich ein Leben verändert, verändert sich häufig auch der Raum, in dem es stattfindet. Diese Wechselwirkung zwischen innerer Entwicklung und äußerer Gestaltung bildet einen zentralen roten Faden in Elbasis Arbeit.
Die Ausstellung in Marktredwitz zeigt diesen Lebensweg in Arbeiten, die sich mit diesen Themen auseinandersetzen: Strukturen die prägen, mit Brüchen, die neue Möglichkeiten eröffnen, und mit der Frage, wie Menschen sich ihre eigenen Räume – im Inneren wie im Äußeren – neu erschaffen können weshalb ein Prägendes Medium auch die KI ist.
„Rosenthaldefekt“ versteht den vermeintlichen Defekt nicht als Fehler, sondern als Moment des Umdenkens: als Punkt, an dem Erwartungen verändert werden können und damit auch die Zukunft neu gestaltet werden kann.
Kurzbiografie
Suna Elbasi
In Heidelberg geboren, arbeitet Suna Elbasi als multidisziplinäre Künstlerin und Designerin an der Schnittstelle von Kunst, Raum und Alltag. Ihre Arbeiten umfassen skulpturales Möbeldesign, Installation, Fotografie, Grafikdesign und Malerei sowie experimentelle Formate in Verbindung mit künstlicher Intelligenz.
Neben ihrer künstlerischen Praxis ist sie im Bereich Interior Design und der Kernsanierung von Wohnräumen tätig. Im Zentrum ihrer Arbeit steht die Transformation innerer und äußerer Räume – ein Prozess, den sie auch als Coach in der Persönlichkeitsentwicklung begleitet.



